Was wird gemacht?

Da es derzeit wenig wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse zu dem Einsatz von Webcams auf neonatologischen Intensivstationen gibt, wird in diesem Projekt versucht, Vor- und Nachteile herauszufinden und mögliche Hürden zu adressieren. So kann in Zukunft der Einsatz von Webcams verbessert werden und mehr Eltern der Zugang zu Webcams möglich gemacht werden.

Die Studie wird im Rahmen von sechs Arbeitsschwerpunkten durchgeführt. Dabei werden verschiedene Methoden zur Datenerhebung sowie deren Auswertung genutzt, welche in den folgenden Beiträgen erläutert werden:

Arbeitsschwerpunkt 1 – Was bedeuten Kameras auf Frühchenstationen für Pflegekräfte sowie für Ärzte und Ärztinnen? Um das herauszufinden, führen wir zu Beginn Interviews mit dem medizinischen Personal, um den Alltag, Erfahrungen und Probleme auf der Intensivstationen kennenzulernen. Gleichzeitig wollen wir herausfinden, was die Einführung von Webcams auf der Station bewirken kann. Darauf aufbauend soll eine schriftliche Befragung aller Perinatalzentren in Deutschland erfolgen. Hier werden pro Zentrum jeweils die pflegerische und ärztliche Leitung befragt. Mehr

Arbeitsschwerpunkt 2 – Was bedeuten Webcams auf Frühchenstationen für Eltern? Der Frage gehen wir nach, indem wir Eltern von Frühchen zu Ihrer Einstellung hinsichtlich Kameras auf der Station quantitativ befragen. Besonders wichtig ist es für uns, die grundsätzliche Haltung zu den Webcams zu erfassen, jedoch auch Bedenken oder Ängste festzuhalten. So soll vor allem der Bedarf an Webcams auf elterlicher Seite erfasst werden. Grundlage dieser Erhebung sind Einzelinterviews mit Eltern von Frühchen, die wir vorab zu Ihren Erfahrungen und Vorstellungen befragen. Mehr

Arbeitsschwerpunkt 3 – Wie wirkt sich der Einsatz von Webcams auf neonatologischen Intensivatationen auf die Arbeitsbelastung von Pflegekräften und die pflegerischen Arbeitsabläufe aus? Um diese Frage zu beantworten, begleiten wir Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit auf der neonatologischen Intensivstation. Durch eine Beobachtung aus dem Hintergrund versuchen wir herauszufinden, welcher Arbeitsaufwand für Pflegekräfte durch die Webcams entsteht. Außerdem erheben wir, ob es durch die Kameras zu Unterbrechungen in den Arbeitsabläufen kommt. Mithilfe von Fragebögen erfassen wir neben dem tatsächlichen auch den von den Pflegekräften empfundenen Mehraufwand durch die Webcams. Mehr

Arbeitsschwerpunkt 4 – Mit welchen Informationen können Eltern, Pflegende sowie Ärzte und Ärztinnen unterstützt werden? Die Forschungsstelle Ethik entwickelt eine Handlungshilfe, um Eltern und das medizinische Personal bei der Entscheidung hinsichtlich der Kameranutzung zu unterstützen und dahingehend ausführliche Informationen bereitzustellen. Um eine solche Handlungshilfe zu erarbeiten, werden im Vorfeld Beobachtungen auf der Frühchenstation durchgeführt. So lernen die Forscher vorerst den Klinikalltag kennen. Im Anschluss werden Eltern, Pflegekräfte sowie Ärzte und Ärztinnen interviewt, um Ihre Erfahrungen und Meinungen in der Handlungshilfe zu berücksichtigen. Mehr

Arbeitsschwerpunkt 5 – Evaluation des Einsatz der Webcams Um herausfinden zu können welche Vor- und Nachteile durch den Einsatz der Webcams entstehen, ist es wichtig das Empfinden der Eltern mit Kamera mit dem Empfinden der Eltern ohne Kamera zu vergleichen. Daher durchläuft jedes Elternpaar eine Phase mit Kamera, sowie eine Phase ohne Kamera. Zusätzlich soll eine Handlungshilfe mögliche Hürden adressieren und Eltern, Pflegepersonal sowie Ärzten und Ärztinnen im Umgang mit den Kameras helfen. Da auch hier ein Vergleich wichtig ist, erhält nicht jedes Elternpaar eine Handlungshilfe. Die Zuteilung erfolgt zufällig. Mehr

Arbeitsschwerpunkt 6 – Aufarbeitung datenschutzrechtlicher und arbeitsrechtlicher Fragen der Arbeitsplatzüberwachung: Im rahmen dieses Arbeitsschwerpunktes werden die grundlegenden datenschutzrechtlichen sowie die damit verbundenen besonderen datenschutz-arbeitsrechtlichen Fragestellungen beim Einsatz von Webcams auf neonatologischen Intensivstationen eingehend analysiert. Mehr

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